So feierte der Feuchtwanger
Kirchensprengel um 1890 das Maifest: Es war ein Montag in Mai. Die Schulklassen
hatten sich mit ihren Lehrern auf dem Kirchplatz versammelt. Dem Festzug
voraus zogen mit schallender Blechmusik Musikmeister Fürst und seine
Stadtkapelle. Ihnen folgten Bürgermeister, Stadträte, der Lokalschulinspektor
mit der übrigen Geistlichkeit. Dann kamen mit wehenden Fahnen die
Schulen aus Stadt und Land. Hinterdrein folgten Mütter und Väter,
denen das Maifest genauso wichtig war wie ihren Kindern. Über den
Marktplatz ging es zum Greifenkeller. Dort erhielt jedes Schulkind zwei
Brezeln, vier neue Pfennige und einen viertel Liter Bier. Musik und Spiele
der Kinder ließen den Nachmittag im Flug vergehen.