10.
Pf. Moosbach. Patr.
Das Collegiat-Stift Feuchtwangen.
Das
Dorf Moosbach, 223 S., liegt im Werniz-Grunde, 1 St. westlich von Feuchtwangen,
an der Werniz selbst, in schöner fruchtbarer Lage. Diese Pfarrei scheint
schon in uralter Zeit in enger Beziehung zum nahen Kloster und Stifte Feuchtwangen
gestanden zu haben, ja vielleicht war sie sogar Filiale der ausgedehnten
Pfarrei Feuchtwangen. Gegenwärtig wohnen in diesem Pfarr-Sprengel
einige (6) Katholiken, welche seit 1861 der kath. PfKt. Feuchtwangen einverleibt
sind.
11.
Pf. Ober-Amfprach (Patr. wie bei 10.)
liegt
3 St. nordwestlich von Feuchtw. auf einer Anhöhe an der nordwestl.
Grenze des Kapitels Dinkelsbühl, mit 212 S.
Zu
kath. Zeit gehörten in diese Pfarrei: 1. Unter-Ampfrach, 2. Schnelldorf,
3. Ungetsheim, 4. Grimswinden, 5. Ransbach, 6. Stollenhof, 7. 2 Höfe
zu Hillpertsweiler.
12.
Pf. Ober-Michelbach. (Patr.
Kloster Ahausen an der Werniz.)
Mit
195 S. liegt rechts der Landstrasse von Wasser-Trüdingen nach Dinkelsbühl,
mitten zwischen beiden Städten von Michel-Bache durchflossen; die
Kath. gehören nach Wilburgstetten.
13.
Pf. Schopfloch. (Patr.
die Grafen von Öttingen.)
Ein
großes Dorf mit 1260 Prot. (nebst 34 Kath. nach Dinkelsbühl
eingepfarrt und 215 Juden) liegt an der Dinkelsbühler-Feuchtw. Landstrasse.
Der Name Schopfloch wird von der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts an
oft genannt, indem zahlreiche Mitglieder eines Rittergeschlechtes aufgeführt
werden, das vom Orte den Namen trägt.
14.
Pf. Segringen. Patr.
Kloster Roth mit Nominations-Kloster Hirschau mit Präsentations-Recht.
Segringen,
192 S. liegt ½ St. westl. von Dinkelsbühl an der Landstrasse
nach Ellwangen auf einer Anhöhe. Es ist in dieser Gegend eine uralte,
weit ausgedehnte Pfarrei, welche allen Anzeichen nach in alter Zeit sogar
die Stadt Dinkelsbühl in sich begriff. Die Pfarrei Segringen hatte
in kath. Zeit einen ungemein weiten Umfang; Visitations-Akten v. 1641 sprechen
von 30 Dörfern, Weilern und Einöden, welche in dieselbe gehörig
seien.
15.
Pf. Simbrun (Sieben-Brunnen). (Patr.
das Domkapitel Augsburg.)
Ein
Dorf mit 248 S. liegt 1 ½ St. östl. von Dinkelsbühl an
der Strasse nach W. Trüdingen. Die fortigen Kath. gehören seit
1838 nach Dinkelsbühl.
16.
Pf. Tännlein (gewöhnl. Dentlein a. Forst.) Patr.
Kloster Sulz.
418
S. liegt 2 St. südöstl. von Feuchtw. in hügeliger, waldiger
Gegend; Grenz-Pfarrei gegen den Sprengel von Eichstätt. – Tännlein
erscheint das 1. Mal in einer Urkunde vom 8. Mai 1397. Den größern
Teil des Ortes erwarb allmälich das nördl. von Feuchtw. gelegene
Prämonstratenserinen-Kloster Sulz. 1469 wird ein Burgstall zu Tännlein
erwähnt. Der Ort hatte einen eigenen Pfarrer, welchen das Kl. Sulz
präsentirte. Als aber das Dorf durch Kriegsleut verödet u. der
Pfarrer in Folge dessen kein priesterliches Auskommen hatte, wurde es vorübergehend
(bis 1473) mit Ammelbruch vereinigt, so „daß ein pfarrer zu Ammelbrucht
dem volk zu Tendlein alle pfarliche recht zu thun u. alwege aber den andern
sonntag daselbst mit messe und predig, auch alle freytag und die mittelmesse
an dem hl. Christtag doselbst schuldig sei zu verpringen.“
Der
alte Name des Ortes ist zum Tännlein, später: Tännlein,
Tennle, Tendlin, Dentlau, Tendele, Dentlein.
Die
Pfarrkirche war der hl. Ursula u. ihrer Gesellschaft geweiht. Von der alten
Kirche ist nur noch der gothische Chor u. der Thurm (mit 3 Glocken) übrig.
Die große u. älteste Glocke hat die Umschrift in gothischen
Minuskeln: Ave Maria gracia ölena Dominus. Anno Domini MCCCCCV iar.
Die
alte Umgrenzung des Pfarrsprengels Tännlein läßt sich nicht
mit Sicherheit angeben, namentlich weil hier die Grenzen der Sprengel von
Augsburg u. Eichstätt nicht ganz fest stehen. Als alte Zugehörungen
zu Tännlein dürften die Orte: Schwaighausen u. Erlmühle
mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen sein.
Mit
Einführung des Protestantismus im Ansbachischen nwurde die markgräflichen
Orte dieser Pfarrei protestantisch.
17.
Pf. Veits-Weiler (141 S.)
3
½ St. südlich von Dinkelsbühl.
18.
Pf. Weidelbach (216 Prot., 8 Kath.)
2
St. nordwestl. von Dinkelsbühl, eine der ältesten u. (früher)
ausgedehntesten Pfarreien.
In
der Filiale Bernhards-Weiler befindet sich eine sogenannte Wander-Glocke.
Dieselbe wurde wegen ihrer Größe u. Schalles unter anderm auch
nach Dinkelsbühl auf den Turm gebracht. Aber so oft man sie läutete,
tönte es nach der Sage:
„Ich
Anna Hosanna, zu Berntsweiler will i hanga, will i läuta, will i schlaga.
Und das Wetter verjaga.“
So
tönte die Glocke, bis man sie wieder nach Bernhards-Weiler brachte.
19.
Pf. Weiltingen,
ein
schöner Marktflecken mit 788 Seelen, 3 St. südöstl. von
Dinkelsbühl, liegt an jenem Streifen Landes, bis zu welchem sich nördl.
über die Donau hinüber das Reich der Römer in seiner größten
Ausdehnung erstreckte, denn der römische Grenzwall (vallum Hadriani,
Pfahl, Teufelsmauer) läuft nördl. vom Hesselberg in das Sulzach-
und Werniz-Thal abfallend, gerade Weiltingen zu.
Unter
bayrischer Herrschaft (seit 1810) wurde das ehemals herzogliche (wirtembergische)
Schloß um einen Spottpreis verkauft u. dann abgebrochen. (unt. Amtmann
Naßmann um 14000 fl. verkauft ann. 1814.)
Erstellt
am 7. März 2004 durch Hans Ebert