Anton Steichele - Das Bisthum Augsburg
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10. Pf. Moosbach.
 
Patr. Das Collegiat-Stift Feuchtwangen.

 
Das Dorf Moosbach, 223 S., liegt im Werniz-Grunde, 1 St. westlich von Feuchtwangen, an der Werniz selbst, in schöner fruchtbarer Lage. Diese Pfarrei scheint schon in uralter Zeit in enger Beziehung zum nahen Kloster und Stifte Feuchtwangen gestanden zu haben, ja vielleicht war sie sogar Filiale der ausgedehnten Pfarrei Feuchtwangen. Gegenwärtig wohnen in diesem Pfarr-Sprengel einige (6) Katholiken, welche seit 1861 der kath. PfKt. Feuchtwangen einverleibt sind.
 
11. Pf. Ober-Amfprach (Patr. wie bei 10.)
 
liegt 3 St. nordwestlich von Feuchtw. auf einer Anhöhe an der nordwestl. Grenze des Kapitels Dinkelsbühl, mit 212 S.
 
Zu kath. Zeit gehörten in diese Pfarrei: 1. Unter-Ampfrach, 2. Schnelldorf, 3. Ungetsheim, 4. Grimswinden, 5. Ransbach, 6. Stollenhof, 7. 2 Höfe zu Hillpertsweiler.
 
12. Pf. Ober-Michelbach.
 
(Patr. Kloster Ahausen an der Werniz.)
 
Mit 195 S. liegt rechts der Landstrasse von Wasser-Trüdingen nach Dinkelsbühl, mitten zwischen beiden Städten von Michel-Bache durchflossen; die Kath. gehören nach Wilburgstetten.
 
13. Pf. Schopfloch.
 
(Patr. die Grafen von Öttingen.)
 
Ein großes Dorf mit 1260 Prot. (nebst 34 Kath. nach Dinkelsbühl eingepfarrt und 215 Juden) liegt an der Dinkelsbühler-Feuchtw. Landstrasse. Der Name Schopfloch wird von der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts an oft genannt, indem zahlreiche Mitglieder eines Rittergeschlechtes aufgeführt werden, das vom Orte den Namen trägt.
 
14. Pf. Segringen.
 
Patr. Kloster Roth mit Nominations-Kloster Hirschau mit Präsentations-Recht.
 
Segringen, 192 S. liegt ½ St. westl. von Dinkelsbühl an der Landstrasse nach Ellwangen auf einer Anhöhe. Es ist in dieser Gegend eine uralte, weit ausgedehnte Pfarrei, welche allen Anzeichen nach in alter Zeit sogar die Stadt Dinkelsbühl in sich begriff. Die Pfarrei Segringen hatte in kath. Zeit einen ungemein weiten Umfang; Visitations-Akten v. 1641 sprechen von 30 Dörfern, Weilern und Einöden, welche in dieselbe gehörig seien.
 
15. Pf. Simbrun (Sieben-Brunnen).
 
(Patr. das Domkapitel Augsburg.)
 
Ein Dorf mit 248 S. liegt 1 ½ St. östl. von Dinkelsbühl an der Strasse nach W. Trüdingen. Die fortigen Kath. gehören seit 1838 nach Dinkelsbühl.
 
16. Pf. Tännlein (gewöhnl. Dentlein a. Forst.)
 
Patr. Kloster Sulz.
 
418 S. liegt 2 St. südöstl. von Feuchtw. in hügeliger, waldiger Gegend; Grenz-Pfarrei gegen den Sprengel von Eichstätt. – Tännlein erscheint das 1. Mal in einer Urkunde vom 8. Mai 1397. Den größern Teil des Ortes erwarb allmälich das nördl. von Feuchtw. gelegene Prämonstratenserinen-Kloster Sulz. 1469 wird ein Burgstall zu Tännlein erwähnt. Der Ort hatte einen eigenen Pfarrer, welchen das Kl. Sulz präsentirte. Als aber das Dorf durch Kriegsleut verödet u. der Pfarrer in Folge dessen kein priesterliches Auskommen hatte, wurde es vorübergehend (bis 1473) mit Ammelbruch vereinigt, so „daß ein pfarrer zu Ammelbrucht dem volk zu Tendlein alle pfarliche recht zu thun u. alwege aber den andern sonntag daselbst mit messe und predig, auch alle freytag und die mittelmesse an dem hl. Christtag doselbst schuldig sei zu verpringen.“
 
Der alte Name des Ortes ist zum Tännlein, später: Tännlein, Tennle, Tendlin, Dentlau, Tendele, Dentlein.
 
Die Pfarrkirche war der hl. Ursula u. ihrer Gesellschaft geweiht. Von der alten Kirche ist nur noch der gothische Chor u. der Thurm (mit 3 Glocken) übrig. Die große u. älteste Glocke hat die Umschrift in gothischen Minuskeln: Ave Maria gracia ölena Dominus. Anno Domini MCCCCCV iar.
 
Die alte Umgrenzung des Pfarrsprengels Tännlein läßt sich nicht mit Sicherheit angeben, namentlich weil hier die Grenzen der Sprengel von Augsburg u. Eichstätt nicht ganz fest stehen. Als alte Zugehörungen zu Tännlein dürften die Orte: Schwaighausen u. Erlmühle mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen sein.
 
Mit Einführung des Protestantismus im Ansbachischen nwurde die markgräflichen Orte dieser Pfarrei protestantisch.
 
17. Pf. Veits-Weiler (141 S.)
 
3 ½ St. südlich von Dinkelsbühl.
 
18. Pf. Weidelbach (216 Prot., 8 Kath.)
 
2 St. nordwestl. von Dinkelsbühl, eine der ältesten u. (früher) ausgedehntesten Pfarreien.
 
In der Filiale Bernhards-Weiler befindet sich eine sogenannte Wander-Glocke. Dieselbe wurde wegen ihrer Größe u. Schalles unter anderm auch nach Dinkelsbühl auf den Turm gebracht. Aber so oft man sie läutete, tönte es nach der Sage:
 
„Ich Anna Hosanna, zu Berntsweiler will i hanga, will i läuta, will i schlaga. Und das Wetter verjaga.“
 
So tönte die Glocke, bis man sie wieder nach Bernhards-Weiler brachte.
 
19. Pf. Weiltingen,
 
ein schöner Marktflecken mit 788 Seelen, 3 St. südöstl. von Dinkelsbühl, liegt an jenem Streifen Landes, bis zu welchem sich nördl. über die Donau hinüber das Reich der Römer in seiner größten Ausdehnung erstreckte, denn der römische Grenzwall (vallum Hadriani, Pfahl, Teufelsmauer) läuft nördl. vom Hesselberg in das Sulzach- und Werniz-Thal abfallend, gerade Weiltingen zu.
 
Unter bayrischer Herrschaft (seit 1810) wurde das ehemals herzogliche (wirtembergische) Schloß um einen Spottpreis verkauft u. dann abgebrochen. (unt. Amtmann Naßmann um 14000 fl. verkauft ann. 1814.)

Erstellt am 7. März 2004 durch Hans Ebert
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