Das Foto von 1910 zeigt die
Stelle, an der bis 1811 das Spitaltor gestanden hatte. In jenem Unglücksjahr
war in seiner Nähe ein Haus in Brand geraten. Obwohl das Feuer am
hellen Tag ausbrach, konnte es sich auf weitere fünf Häuser und
auf das Spitaltor selbst ausdehnen. Als der Turm einstürzte, begrub
er acht Menschen unter seinen Trümmern. Zwei weiteren wurden die Beine
abgeschlagen. Daß mit dem Torturm auch die Schlaguhr und das schöne
Geläute untergingen, war das Schlimmste nicht. Schwer lasteten die
Verluste an Menschenleben auf der Stadt. Eine verwitterte Inschriftentafel
von 1423, die heute am Hause Leiß eingemauert ist, hatte wohl einst
ihren Platz im Spitaltor.